Claudia + Clochette - Die Magie des Augenblicks
 

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Copyright: Claudia Stapp

Die Magie des Augenblicks

Was wünscht sich ein erfolgreicher Schauspieler, der in seinem Land ein absoluter Star ist und weltweit die größte Fangemeinde hat, zu seinem Geburtstag? Zeit. "Wenn ich die Macht hätte, irgendetwas zu ändern, würde ich jedem Tag einige Stunden hinzufügen.", sagt der gerade 41 Jahre alt gewordene indische Superstar Shah Rukh Khan, dessen Film "Kabhi Alvida Naa Kehna – Never Say Goodbye" Ende Oktober in deutschen Kinos angelaufen ist. Und welches Geschenk hätte er am liebsten? "Die Gesundheit meiner Kinder für den Rest ihres Lebens."

Zwei Bereiche bestimmen Shah Rukh Khans Leben: seine Arbeit und seine Familie. Sein Talent, beides unter einen Hut zu bringen und seine offen gezeigte und von Freunden und Kollegen immer wieder bestätigte Hingabe in allem, was er tut, sind sicher ein wesentlicher Grund für seine immense Beliebtheit. Er selber ist davon überzeugt, dass er seine Spitzenposition im indischen Mainstream Kino seinen Fans zu verdanken hat: " Ich bin der glücklichste Mensch der Welt und will das auch gar nicht verbergen. Ich kann meinen Fans gar nicht zurückzahlen, was sie für mich getan haben. Sie haben mir so viel Liebe gegeben, und diese Liebe hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Das Einzige, was ich für meine Fans tun kann, ist unermüdlich zu arbeiten und bis zum Schluss Filme zu machen. Das ist die einzige Möglichkeit, ihnen meine Liebe zu zeigen."

Glück ist laut Shah Rukh Khan ein wichtiger Faktor in seinem Leben gewesen: "Ich war der Richtige zur richtigen Zeit am richtigen Ort." Das war vor 16 Jahren, als er, von Neu Delhi kommend, sich anschickte, die Filmindustrie von Mumbai (damals noch Bombay) im Sturm zu erobern. Doch Glück ist etwas Relatives. Bombay war für den jungen Theaterschauspieler und durch die Fernsehserie Fauji landesweit bekannt gewordenen Fernsehstar eine Möglichkeit, das Geld zu verdienen, das er brauchte, um seiner schwer kranken Mutter die nötigen Medikamente zu bezahlen und beruflich soweit Fuß zu fassen, dass er seine Jugendliebe heiraten konnte. Mit Mut, Entschlossenheit, unerhörter Energie, Intensität und der Unterstützung neu gewonnener Freundschaften schaffte er, der Außenseiter, den Sprung in eine Industrie, die – auch heute noch – von familiären Beziehungen geprägt ist. Seine sprichwörtliche Arbeitswut half ihm, den Tod seiner Mutter zu verkraften (seinen Vater verlor er bereits im Alter von fünfzehn Jahren), seine Beharrlichkeit und sein Charme bezwangen die Bedenken seiner Schwiegereltern, die als Hindus der oberen Mittelklasse nicht sonderlich erfreut waren, einen muslimischen Filmschauspieler als Schwiegersohn zu bekommen. In vielem, was er tat, folgte er, gegen den Rat von Freunden, seinem Instinkt. Seine ersten Erfolge hatte er in romantischen Rollen – bereits für seinen ersten Film "Deewana" (1992) bekam er den indischen Film-"Oscar" als bester Nebendarsteller. Aber er wagte den für damalige Zeiten beruflich riskanten Schritt, sich als Bösewicht besetzen zu lassen. Mit seinen Interpretationen in "Baazigar" und "Darr", beide 1993, schuf er als erster das Bild des sympathischen negativen Helden, mit dem das Publikum Mitleid hatte, für den es sogar, in "Darr", mehr Sympathie empfand als für den positiven Helden. Sein Mut machte sich bezahlt; er wurde zum Topstar des indischen Mainstream Kinos, eine Position, die er trotz starker Konkurrenz bis heute innehat.

In Deutschland wurde Shah Rukh Khan in erster Linie durch die Filme seines Freundes Karan Johar bekannt, der ihn in "Kutch Kutch Hota Hai" (Und ganz plötzlich ist es Liebe, 1998), "Kabhi Khushi Kabhi Gham" (In guten wie in schweren Tagen, 2001) und "Kal Ho Naa Ho"(Lebe und denke nicht an morgen, 2003) äußerst erfolgreich als romantischen Helden besetzte, um dieses Image dann in "Kabhi Alvida Naa Kehna" (Never say Goodbye, 2006) zu brechen. Für das indische Publikum war Shah Rukh Khans Interpretation eines verletzlichen, zynischen, ehebrecherischen Vaters schwer zu verdauen; es sieht ihn wohl am liebsten so, wie er in seinem erfolgreichsten Film "Dilwale Dulhania Le Jayenge" (1995) auftritt, als ehrlichen und traditionsbewussten Inder, der zielstrebig und mit viel Charme um seine Liebe kämpft. Dieser Film läuft seit seiner Premiere vor mehr als 600 Wochen ununterbrochen in einem Kino in Mumbai, immer noch mit ausverkauften Vorstellungen.

Shah Rukh Khan sieht sich selbst nicht als romantischen Helden. Er, der sich mit 41 Jahren wie ein Dreißigjähriger fühlt und im Spiel mit seinen Kindern nicht älter als zehn ist, mag actionreiche und verrückt-komödiantische Rollen. Mit der Doppelrolle in "Don" hat er sich einen Traum erfüllt, denn in diesem modernen Remake des gleichnamigen Filmes von 1978 gibt er seine eigene Interpretation einer Figur, die von Amitabh Bachchan, der Ikone des indischen Mainstream Kinos und Shah Rukh Khans Vorbild, unsterblich gemacht wurde. "Am Aufregendsten war für mich eigentlich, dass 'Don' mir die Gelegenheit zu starker Action bot, etwas, das mein Sohn liebt."

Sein neunjähriger Sohn, seine sechsjährige Tochter, seine Frau, seine Schwester und einige sehr enge Freunde sind für Shah Rukh Khan die wichtigsten Menschen. Das Zusammensein mit seiner Familie ist für ihn die Gegenbalance zu seinem öffentlichen Leben als Star und zu seiner intensiven Arbeit als Schauspieler. So weit wie irgend möglich versucht er, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen und alle die Dinge zu tun, die nach seiner Aussage ein Vater mit seinen Kindern tun sollte: spielen, gemeinsam essen, zur Schule bringen, Geschichten erzählen, mit den Freunden der Kinder zusammen sein, Eis essen gehen, zu Elternabenden und Schulveranstaltungen gehen, sie ins Bett bringen. "Dinge für meine Kinder zu tun, ist in meinen Augen etwas sehr Machohaftes." Die strengeren Seiten der Erziehung überlässt er jedoch lieber seiner Frau Gauri, seelischer Anker in seiner sonst so hektischen Welt. "Ohne Gauri gäbe es nichts, das fühle ich. Kein Leben, kein Haus, keinen Starruhm, keine Kinder, kein Glück, keine Gemeinschaft. Meine Tage beginnen, wenn Gauri die Augen öffnet und enden, wenn sie sie schließt." Vorbild für seine Denkweise und sein Verhalten sind für Shah Rukh Khan seine Eltern, die er immer wieder schmerzlich vermisst. Seinen Vater beschreibt er als einen freiheitsliebenden, belesenen, humorvollen, redlichen Gentleman, der ihm eher ein Freund als ein Erzieher im herkömmlichen Sinn war, ihm aber unmissverständlich klar machte, wie wichtig harte Arbeit und Integrität sind. Temperament, fast unerschöpfliche Energie und die Fähigkeit zu fokussieren gehören eher zum mütterlichen Erbgut. Beruflich zeichnet ihn, neben einer im Showbusiness selten anzutreffenden Menschlichkeit und einem überwältigenden Charisma, eine starke Professionalität aus, die aus ihm einen hundertprozentigen Entertainer macht. "Es wird noch eine Weile dauern bis die Leute verstehen, dass ein indischer Filmstar nicht nur ein Filmstar ist; er ist ein Rockstar, Popstar und Actionheld und all dies in einer Person. Er ist eine laufende, sprechende Varieté-Maschine." Shah Rukh Khan ist sich seines Erfolges sehr bewusst und genießt ihn. Aber die Erfahrungen in seinem Leben haben ihn auch Vergänglichkeit gelehrt. So antwortet er, wenn man ihn auf seine Zukunft anspricht: " Ich denke über meine Zukunft nicht nach. Für mich liegt die Magie im Augenblick."


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