Claudia + Clochette - Willkommen auf der Achterbahn - Welcome on the rollercoaster
 

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Copyright: Claudia Stapp


Willkommen auf der Achterbahn

Der indische Erfolgsregisseur Karan Johar im Gespräch über seinen Film "Kabhi Alvida Naa Kehna – Never Say Goodbye"

Seit gestern ist "Kabhi Alvida Naa Kehna – Never say Goodbye", der neue Film des indischen Mainstream-Stars Karan Johar, in den deutschen Kinos. Dies könnte der Beginn einer neuen Zeit sein. Bisher führten die sogenannten Bollywood-Filme bei uns ein Nischendasein, doch der Erfolg dieser Filme made in Mumbai in der westlichen Hemisphäre wächst stetig. Karan Johar, der bei den Filmfestspielen von Hamburg und auf der Buchmesse in Frankfurt "Kabhi Alvida Naa Kehna", kurz KANK genannt, einem begeisterten Publikum vorstellte, erklärt sich das so: "Indische Filme zwingen Sie immer zu reagieren, sie treiben Sie zum Weinen, sie drängen Sie zu lachen, Sie werden einfach mitgerissen. Es ist wie eine Reise durch alle denkbaren Gefühle, von der Sie emotional durchgeknetet, aber auch emotional befriedigt zurückkommen."

In der Tat sind Karan Johars Filme Achterbahnen für Gefühle. Mit 25 Jahren schrieb und drehte er "Kuch Kuch Hota Hai"(Und ganz plötzlich ist es Liebe, 1998), der das indische Boxoffice im Sturm eroberte. Es folgten zwei weitere Riesenerfolge, "Kabhi Khushi Kabhi Gham" (In guten wie in schweren Tagen, 2001) und "Kal Ho Naa Ho" (Lebe und denke nicht an morgen, 2003), dessen Drehbuch, ebenso wie das seines vierten Filmes, zu Studienzwecken in die Margaret Herrick Bibliothek der Oscar Acadamy aufgenommen wurde. "KANK", der bereits nach zwei Wochen alle Übersee-Einspielrekorde vorheriger indischer Filme gebrochen hatte, eröffnete im September außerdem das internationale Filmfestival in Toronto – als erster Film des indischen Mainstream Kinos überhaupt.

Die Mischung aus Drama, Komödie, Action, Musik und Tanz des indischen Kinos, spiegelt laut Karan Johar das Lebensgefühl der Inder wider: "Wir sind sehr ausdrucksstark, was unsere Gefühle angeht. Die Kommunikation von Gefühlen ist ein integraler Bestandteil unserer Erziehung und unserer Kultur. Und so, wie wir uns einander mitteilen, so möchten wir uns auch dem Publikum verständlich machen." Dass seine und andere indische Filme als zu farbenprächtig, zu populär und schlicht als kitschig bezeichnet werden, stört ihn nicht. Dieselbe Kritik gebe es auch zu Hause, sagt er, "aber ich weiß, dass es Millionen von Menschen gibt, die wir berühren, die unsere Filme lieben."

Von seinem ersten zu seinem vierten Film entfernt Karan Johar sich geographisch immer mehr von Indien, "KANK" hat keine Verbindung mehr zum Heimatland, außer, dass die Protagonisten Inder sind. In Indien sieht man es als durchaus normal an, außerhalb des Landes zu leben, aber Wurzeln im Heimatland zu haben. Karan Johar glaubt, dass die N.R.I. (non resident Indians) in dem Bestreben, unter allen Umständen an diesen Wurzeln festzuhalten, "mehr Inder sind als die meisten von uns es sein können". Als Sohn des indischen Filmproduzenten Yash Johar inmitten der Welt des kommerziellen Kinos aufgewachsen, schreibt und dreht der junge Filmemacher Geschichten von Menschen, die vorwiegend der begüterten oberen Mittelschicht angehören. " Es ist die einzige Welt, mit der ich vertraut gemacht wurde. Meine Figuren entwickeln sich und machen sich eine Welt zu eigen, die ich wirklich kenne. Ich zeige sie so real wie möglich in einer nicht-realen Welt. Diese Welt ist zwar realitätsfern, aber die Menschen in ihr sprechen und handeln so wie wir es zu Hause tun. Die Art und Weise, wie Vater und Sohn oder Mann und Frau in meinen Filmen agieren, kommt dem ziemlich nahe wie wir uns in Indien verhalten."

Zur Besonderheit des indischen Kinos gehöre auch die Länge der Filme. "In Indien braucht alles seine Zeit. So ist das auch mit unseren Filmen. Wir müssen all die Liebe, all die Lieder, all die Tänze und all die Gefühle darstellen, und all das braucht Zeit." Das Thema seines neuen Filmes sieht Karan Johar jedoch nicht als ein spezifisch indisches an, sondern als eher universell. Die Geschichte zweier Paare, deren Ehen zerbrechen, weil sich zwei der Partner ineinander verlieben und Ehebruch begehen, hat bei Indern sehr kontroverse Reaktionen ausgelöst. "Fünfzig Prozent der Zuschauer fanden den Film fortschrittlich, sehr modern und wirklichkeitsnah; fünfzig Prozent wollten mich am liebsten erschießen, weil sie der Meinung sind, die Geschichte sei nicht indisch, sondern fördere Untreue und befürworte Scheidung."  In der westlichen Welt scheint das Thema moralisch weniger verwerflich als im asiatischen Raum, wo nach wie vor, wie Johar meint, noch viel zu oft aus den falschen Gründen geheiratet wird. In "KANK" beschäftigt den filmemacher die Frage, was passiert, wenn man seine Liebe erst nach der Hochzeit trifft. "Wir Inder werden nicht gerne hinterfragt, wir möchten nicht gezeigt bekommen, was in unseren vier Wänden passiert. Wir mögen es nicht, weil wir vielleicht eine Lüge leben. Wir wollen die Wahrheit nicht gezeigt bekommen."

Wenn man die Mitarbeiterliste der vier Filme von Karan Johar liest, trifft man immer wieder auf dieselben Namen. Es sind durchweg Stars der Filmindustrie. Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Karan Johar umgibt sich beim Drehen seiner Filme mit einer Art Familie umgibt, er arbeitet seit 10 Jahren immer mit denselben Leuten, mit denen ihn auch eine persönliche Freundschaft verbindet. Anders als im Westen ist die Arbeit mit einer ganzen Riege von Superstars problemlos. Denn je größer der Star in Indien sei, um so weniger schwierig sei er auch, weil er sich seines Status und seiner selbst sicher sei. Ernste Probleme während der Dreharbeiten von "KANK" machte nur das Wetter mit "drei Hurrikans, einer nach dem anderen. Rita, Wilma und Catrina."

Der wichtigste Teil seiner Filmarbeit sind für Karan Johar die Drehbücher. Um sie zu schreiben, braucht er neun bis zwölf Monate. Dann sind sie bis ins Kleinste ausgearbeitet. Für die Beteiligten ist dieses Drehbuch eine Art Bibel. "Alles steht auf dem Papier: Sequenzen, Songabfolge, Schauplätze, die Blickwinkel, die ich in den einzelnen Sequenzen haben will, alles ist notiert. Es gibt zwar Spielraum für kleinere Improvisationen, aber nichts Wesentliches wird verändert."

Filme sind für Karan Johar sein Leben. "Alles, was ich tue, ist über die Filme nachzudenken, die ich machen, und über die Geschichten, die ich erzählen möchte."


(Attempt of a) Translation of my first published article

Welcome on the roller coaster 

The successful Indian director Karan Johar in a conversation about his film "Kabhi Alvida Naa Kehna – Never Say Goodbye"

Since yesterday, "Kabhi Alvida Naa Kehna – Never Say Goodbye", the new film of the Indian Mainstream star-director Karan Johar, is to be seen in German cinemas. This could be the start of a new time. Till now, the screening of so-called Bollywood-movies were rare events in the cinemas of our country, but the success of these films made in Mumbai in the western hemisphere is steadily growing. Karan Johar who presented "Kabhi Alvida Naa Kehna", named KANK, to an enthusiastic audience at the film festival in Hamburg and on the book fair in Frankfurt, affirms: "The Indian movies always compel you to react, they force you to cry, they force you to laugh and you find yourself pulled along with it. So it's quite being on a journey where you go through every emotion which you can think of and you come up emotionally roasted but also emotionally satisfied."

Karan Johar's films are, indeed, emotional roller coasters. At the age of twenty-five he wrote "Kuch Kuch Hota Hai (1998) which took the Indian box-office by assault. Two blockbusters followed: "Kabhi Khushi Kabhi Gham" (2001) and "Kal Ho Naa Ho (2003) of which the script was incorporated, like that of his forth film, into the Oscar Library for study-purposes. In addition, "KANK" which had broken the first-week's over-sea box-office takings of all Indian films till date, was the opening film at the Toronto International Film Festival with a gala-screening – as the first Indian mainstream film at all.

According to Karan Johar the Indian cinema with its mixture of drama, comedy, music, and dance reflects Indian attitude to life: "Emotional communication is a very integral part of our up-bringing and our culture. And just the way we communicate with each other we like to communicate with our audiences." It doesn't bother him that Indian and his own films are labelled as too colourful, too popular, too kitschy. Even back home it's the same criticism, "but I'm aware that there are millions of people we touch, that love our films."

From his first to his forth film, Karan Johar takes an increasing geographical distance to India, "KANK" doesn't have a connection to the mother country any longer except for the fact that the characters are Indians. In India, it's very normal for people to base themselves elsewhere but to have the roots in India. Karan Johar thinks that the N.R.I. (non resident Indians) in their way to try very hard to hold on their roots "are actually even more Indian than most of us Indians can be". As the son of Indian film producer Yash Johar growing up in the world of commercial cinema, the young film-maker writes stories and creates movies about people living in the upper middle-class. "That's the only world I've been exposed to. The characters are developing and do possess the world I truly understand. I try to show them as real as they can be but in an unreal world, but they're all speaking and operating the way all of us do back home. The way you see father and son in my films or a husband and wife, it would be very close to the way we really are in India."

Another characteristic of Indian cinema is the length of the films. "In India, we take a while to do everything, everything takes time. And so do our movies. We have all the love and all the songs and all the dances and all the emotions to portray, and all that does take time." However, for Karan Johar, the issue of KANK isn't a specifically Indian one. The tale about two couples whose marriages break because two of the partners are falling in love and commit adultery provoked very controversial reactions between Indians. "50% of the audiences found it very progressive, very modern, very today, very real; 50% wanted to shoot me because they thought that this is not India, this is promoting infidelity and endorsing divorce." In the western world this subject seems to be morally less condemnable than in the Asian world where people, in Karan Johar's view, too often marry for the wrong reasons. In "KANK", the film-maker raises the question about what happens if one meets his love after marriage. "We back home in India don't like to be questioned. We don't like to be shown things that happen in our home. We don't like it because we're probably living a lie. We don't want to be shown the truth."

Regarding the cast and crew of Karan Johar's films, one always reads the same names, throughout those of stars and experts of the Hindi film industry. The director, screenwriter and producer Karan Johar likes to do his films with a sort of family. Since ten years he works again and again with the same persons, many of them his friends. And other than in the West, working with a whole team of superstars is rather trouble-free. In India, the bigger the stars are the lesser they are demanding because they are confident of their status and of themselves. Serious problems during the shooting of "KANK" in New York were only due to the weather: There were "three hurricanes, one after the others, Rita, Wilma, and Catrina".

For Karan Johar, the most important part of his work is the screenplay. It takes him nine month to a year to write one; then it is very elaborated. For the entire crew this script becomes like a bible. "Everything is down on paper: sequences, song sequences, the locations, the kind of space that I want to film in that sequence. Everything is on paper. Although there is always scope for improvisation but those are minor improvisations. Nothing major changes."

Making films is Karan Johar's passion. "All I do is thinking about the movies I want to make and the stories I want to tell."


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